Krankschreibung bis zu 14 Tage per Telefon bei leichten Atemwegserkrankungen

Ab sofort können Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege im telefonischen Kontakt mit ihrem Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) bis maximal 14 Tage ausgestellt bekommen. Sie müssen dafür nicht die Arztpraxen aufsuchen. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband am heutigen Montag in Berlin verständigt.

Die Regelung gilt für Patienten, die an leichten Erkrankungen der oberen Atemwege erkrankt sind und keine schwere Symptomatik vorweisen und keine Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI) für einen Verdacht auf eine Infektion mit COVID-19 erfüllen. Diese Vereinbarung gilt ab sofort und zunächst für vier Wochen.

Verwendung der Versichertenkarte (eGK)

Auch für die telefonische AU-Bescheinigung benötigen Ärzte für die Abrechnung die Versichertenstammdaten des Patienten. Hierbei gibt es folgende drei Konstellation: 

  • Der Patient war in dem Quartal in der Praxis, die eGK wurde eingelesen:
    Die Versichertendaten liegen bereits vor.
  • Der Patient ist der Praxis bekannt, war in dem Quartal aber nicht da:
    Die Praxis übernimmt die Versichertendaten aus der Patientenakte.
  • Der Patient ist unbekannt, er war noch nicht in der Praxis.
    Das Praxispersonal erfragt am Telefon die Versichertendaten und pflegt sie händisch ein:
    • Name des Versicherten
    • Wohnort des Versicherten (PLZ)
    • Geburtsdatum des Versicherten
    • Krankenkasse
    • Versichertenart (Mitglied, Familienversichert, Rentner) 

Alle Regelungen gelten auch für die Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes (Muster 21).

Sonderregelung zur AU-Bescheinigung

Die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit per Telefon für 14 Tage ist bei einer Erkrankung der oberen Atemwege möglich, wenn der Patient

  • keine schwere Symptomatik vorweist und
  • nicht die Kriterien des Robert Koch-Instituts für einen Verdacht auf eine Infektion mit COVID-19 erfüllt.  

Die Bescheinigung kann nach telefonischer Befragung und aufgrund der persönlichen ärztlichen Überzeugung vom Zustand des Versicherten ausgestellt und per Post zugesendet werden.

Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg